Bernie

Glassman

Bernie Glassman Roshi

1939 als Sohn jüdischer Einwanderer in Brooklyn geboren und aufgewachsen. Nach Abschluss des Studiums am Polytechnischen Institut in Brooklyn wird er 1960 Ingenieur für Luftfahrttechnik in einem auf Raumfahrt spezialisierten kalifornischen Unternehmen. 1970 promoviert er an der kalifornischen Universität UCLA in Angewandter Mathematik. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder und drei Enkel.

1967 beginnt Bernie seine Zen-Ausbildung mit Hakuyu Taizan Maezumi Roshi, dem Gründer des Zen Zentrums in LA. 1976 wird er zum Zen-Lehrer ernannt und gründet 1980 seine eigene Sangha in der Bronx von New York.

Er startet mit Zen-Studierenden zusammen die Greyston Bakery, zunächst als Erwerbsquelle für die Gemeinschaft, später als Grundstein für den Aufbau eines größeren spirituell basierten Geschäftsmodells.

1995 erhält er von seinem Lehrer Inka Shomei, das Siegel der Bestätigung, und wird spirituelles Oberhaupt der White Plum Sangha sowie erster Präsident der Vereinigung der Soto Zen-Buddhisten in Amerika, und Begründer der Zen Peacemakers. Seine Dharma-Familie umfasst sowohl Zen-Lehrer und Zen-Unternehmer, als auch christliche Geistliche, Rabbis, Sufi Sheiks und multireligiöse Peacemakers. Seit 1996 leitet er alljährlich im November im Auschwitz-Retreat eine Gruppe Meditierender, die sich dem Ort und seinen dunklen Erinnerungen in stillem Gedenken stellen.

Niklaus

Brantschen

P. Niklaus Brantschen SJ

Jesuit und Zen-Meister

1937 geboren und aufgewachsen in Randa, einem Dorf bei Zermatt. Geprägt von der Bergwelt und dem gut katholischen Elternhaus, tritt er mit 22 in den Jesuitenorden ein, macht das Lizentiat an der Hochschule für Philosophie München und studiert in Lyon und Tübingen Theologie. Meditatives Gehen ist ihm von den heimatlichen Bergpfaden her vertraut, erste Kurse im Sitzen nimmt er bei Karlfried Graf Dürckheim. 1973 wird er im Bildungshaus Bad Schönbrunn zunächst Direktionsassistent, später Direktor. Sein Terziat macht er 1976 in Japan bei Hugo M. Enomiya-Lassalle: Große Exerzitien und Zen. Von da an fährt er regelmäßig nach

 Japan zur Zen-Ausbildung bei Lassalle und Yamada Koun Roshi in Kamakura; im Gegenzug holt er seinen Mitbruder Hugo M. Enomiya-Lassalle alljährlich im Januar für zwei Sesshins nach Bad Schönbrunn. 1988 erteilt ihm Yamada Roshi die Lehrbefugnis. 1993 positioniert Brantschen das Bildungshaus Bad Schönbrunn neu als Zentrum für Spiritualität und soziales Bewusstsein und nennt es Lassalle-Haus. Um die Ethik des Zen speziell Führungskräften nahezubringen, gründet er 1995 zusammen mit Pia Gyger das Lassalle-Institut. Nach der Ernennung zum Zen-Meister durch Bernie Glassman 1999, gründen Gyger und Brantschen die Glassman-Lassalle-Zen-Linie und 2003 die Via integralis, die Zen und christliche Mystik verbindet.

Pia

Gyger

Pia Gyger

Heilpädagogin, Psychologin, Zen-Meisterin

1940 geboren und aufgewachsen in Schaffhausen. Eine frühkindliche traumatische Erfahrung – sie erlebt aus nächster Nähe den Einschlag einer fehlgeleiteten Bombe – und das fromme Vertrauen ihrer Mutter in den Heiland prägen sie tief und werden zum Urgrund ihres christuszentrierten Glaubens. 1967 tritt sie ins Katharina-Werk ein, damals noch ein klassisches katholisches Frauenkloster. Sie studiert Heilpädagogik und Psychologie am IAP Zürich, wird 1976 Gründerin und bis 1982 Leiterin des Therapieheims Sonnenblick. Dann wird sie Leiterin des Katharina-Werks, mit dem Auftrag, es von Grund auf zu erneuern und zum  Säkularinstitut umzugestalten – eine Aufgabe, die sie mit visionärer Kraft erfüllt und bei der ihr Anna Gamma im praktischen und Niklaus Brantschen im theologischen Bereich zur Seite stehen.

1989-93 ist sie stark auf den Philippinen engagiert: Sister Pias Green House School entsteht. 1995 gründet sie mit Niklaus Brantschen das Lassalle-Institut in Bad Schönbrunn, das beide gemeinsam bis 2003 leiten.

Zum Zen kommt Pia Gyger durch Hugo M. Enomiya-Lassalle, bei dem sie schon Ende der siebziger Jahre Kurse besucht und der ihr rät, in Kamakura Schülerin von Yamada Koun Roshi zu werden, bei dem auch Niklaus Brantschen seine Zen-Ausbildung macht. Nach Yamadas Tod (1989) wird sie Schülerin von Robert Aitken Roshi auf Hawaii. Er erteilt ihr 1996 die Lehrbefugnis.

1999 von Bernie Glassman Roshi, Leiter der White Plum Sangha, zur Zen-Meisterin ernannt, gründet Pia zusammen mit Niklaus Brantschen die Glassman-Lassalle-Zen-Linie und 2003 sodann die Via integralis, welche die Praxis des Zazen mit dem kontemplativen Weg der christlichen Mystik verbindet.

Anna

Gamma

Dr. Anna Gamma

Psychologin und Zen-Meisterin

1950 in Widnau geboren, als sechstes von neun Kindern, und im katholischen

St. Galler Rheintal mit einer reformierten Mutter sozusagen interkonfessionell aufgewachsen. Die Zeit des Psychologiestudiums an der Universität Zürich ist auch eine Zeit des Aufbruchs aus den hergebrachten Glaubensvorstellungen. Nach einer atheistischen Phase folgt eine zweigleisig verlaufende spirituelle Sinnsuche. Durch die Begegnung mit Pia Gyger, mit der sie fortan in vielen internationalen Projekten zusammenarbeitet, findet sie zur katholischen Kirche zurück. 1979 tritt sie ins Katharinawerk ein, wird

dessen stv. Leiterin und später (1996-99) Leiterin des Bildungshauses Fernblick in Teufen. Zugleich lernt sie Zen kennen und beginnt intensiv zu meditieren, nimmt Kurse bei Hugo M. Enomiya-Lassalle und Robert Aitken, bei Bernie Glassman und Joan Halifax. Als Schülerin von Pia Gyger und Niklaus Brantschen wird sie 2002 zur Zen-Lehrerin ernannt und übernimmt 2003 die Leitung des Lassalle-Instituts, die sie bis 2012 innehat. Sie ist Leiterin des Lehrgangs Geist & Leadership, gibt Zen-Kurse für Führungskräfte und lehrt sie, auch in stürmischen Zeiten Ruhe zu bewahren. Auf einer speziellen Gabe beruht ihre Lichtheilungsmeditation, mit deren Hilfe sie an historisch besonders belasteten Orten Versöhnung zu erwirken trachtet. Am 10. Juni 2012 hat Anna in einer feierlichen Zeremonie von Pia Gyger und Niklaus Brantschen Inka Shomei, das Siegel der Bestätigung, erhalten und ist damit zur Zen-Meisterin ernannt worden.

Willigis

Jäger

Willigis Jäger

Benediktiner und Zen-Meister

1925 in Hösbach bei Aschaffenburg geboren. Mit zwanzig Eintritt in die Benediktinerabtei Münsterschwarzach. Philosophie- und Theologiestudium. 1952 wird er zum Priester geweiht. Die Arbeit in der Mission führt ihn in viele Länder, u.a. auch nach Japan.

Die Begegnung mit Hugo M. Enomiya-Lassalle und Yamada Koun Roshi, dessen Schüler Jäger 1972 wird, initiiert ihn auf dem Weg des Zen. Nach Jahren der Übung und Koan-Schulung erteilt Yamada ihm 1980 die Erlaubnis, Zen zu lehren. 1983 gründet er im ehemaligen Würzburger Internat der Abtei Münsterschwarzach sein erstes Zen- und Kontemplationszentrum,

Haus St.Benedikt.

1996 erhält Jäger von Kubota Roshi, dem Nachfolger von Yamada Roshi, Inka Shomei und damit die Bestätigung als Zen-Meister und „87. Nachfolger von Shakyamuni Buddha“.

Auseinandersetzungen mit der römischen Glaubenskongregation führen schließlich zu Jägers Exklaustrierung, die „im gegenseitigen Einvernehmen“ erfolgt.

2003 entsteht dank einer großzügigen Sponsorin ein neues Zen- und Kontemplationszentrum, der Benediktushof in Holzkirchen, wo Jäger seither lebt und wirkt. 2009 gründet Jäger die Zen-Linie „Leere Wolke“ und empfängt vom chinesischen Chan-Großmeister Jing Hui im Bailintempel erneut den Dharma und die Bestätigung als Chan-Meister und 45. Nachfolger von Lin Chi (jap. Rinzai).

Yamada

Ryôun

Yamada Ryôun Roshi

4. Abt der Sanbô-Kyôdan

1940 in der Mandschurei geboren, wird er schon als 16-Jähriger Schüler von Yasutani Haku‘un Roshi.

Seine intensive Zen-Schulung setzt er ab 1978 bei Yamada Kôun Roshi fort und erhält von ihm 1985 die Dharma-Übertragung und damit die Lehrbefugnis. Als Zen-Meister übernimmt er 2004 das Amt des Abtes der Sanbô-Kyôdan Schule. Er ist somit nach Yasutani Haku‘un Roshi, Yamada Kôun Roshi und Kubota Ji‘un Roshi der vierte Träger dieses Amtes.

Michael

von Brück

Prof. Dr. Michael von Brück

Religionswissenschafter, Yoga- und Zen-Lehrer

1949 in Dresden geboren, gehört er als Kind zum Dresdner Kreuzchor und macht an der Kreuzschule Abitur. 1968-1973 studiert er in Rostock evangelische Theologie, vergleichende Sprachwissenschaft, Sanskrit und Indologie. Nach der Promotion Gastprofessur am Gurukul Lutheran Theological College in Madras und Studium der Indischen Philosophie an der dortigen Universität. 1982 habilitiert er sich mit einer Arbeit über indische und christliche Gotteserfahrung im Dialog

 der Religionen. 1988 Professur für Vergleichende Religionswissenschaft an der Universität Regensburg, seit 1991 Inhaber des Lehrstuhls für Religionswissenschaft an der LMU München. Er ist Autor zahlreicher Schriften zu Hinduismus, Buddhismus, Christentum und interreligiöser Kommunikation. Zusammen mit Whalen Lei publiziert er 1997 das Grundlagenwerk „Buddhismus und Christentum. Geschichte, Konfrontation, Dialog.“ Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit hat er sich zum Yoga- und Zen-Lehrer ausbilden lassen.

Marcel

Steiner

Marcel Steiner

ref. Theologe und Zen-Lehrer

1960 als jüngstes von fünf Kindern reformierter Eltern in St. Gallen geboren und aufgewachsen, wobei ihm die religiöse Sozialisation nach dem obligaten Programm irgendwie nicht genügt. 1981 beginnt er in Basel mit dem Theologiestudium; um dessen Kopflastigkeit auszugleichen, macht er Yoga und kommt so mit Spiritualität in Kontakt. 1984 fährt er aus Neugier nach Taizé und bleibt schließlich nicht nur ein paar Wochen, sondern drei Jahre in der Gemeinschaft. Im Rahmen

 des Taizé-Programms reist er in die Länder des damaligen Ostblocks, lernt so auch die katholische und die orthodoxe Kirche kennen – Erfahrungen, die seine ökumenische Ausrichtung bestimmen. 1991–2002 ist er hauptamtlich Pfarrer in Schwellbrunn und Gefangenenseelsorger, beginnt jedoch 1994 mit der Zenschulung bei Niklaus Brantschen im Lassalle-Haus. 2002–2004 lernt er bei Joan Halifax Roshi spirituelle Sterbebegleitung und wird 2004 zum Kontemplationslehrer der Via integralis ernannt. 2006 macht er zusätzlich die Ausbildung zum „Bigmind Facilitator“ bei Genpo Merzel Roshi in Salt Lake City. 2009 wird er von Niklaus Brantschen und Pia Gyger offiziell zum Zen-Lehrer ernannt.

Klaus

Riesenhuber

P. Klaus Riesenhuber SJ

Dr. phil., Prof. der Philosophie und Zen-Lehrer

1938 in Deutschland geboren, 1958 in den Jesuitenorden eingetreten, 1967 nach Japan übersiedelt, 1971 zum Priester geweiht. An der Sophia University Tokyo wird er Direktor des „Institute of Medieval Thought“ und Professor für Philosophie. In zahlreichen Publikationen befasst er sich u. a. mit Existenzerfahrung und Religion oder mit Anthropologie und Metaphysik des Thomas von Aquin. Zu seinen Hauptwerken zählen „Hören auf den Anruf – zur

 transzendental konstitutiven Funktion des Wortes“ (1984) und „Theology and the Question of God in Heidegger“ (1990). Zum Zen kommt er durch seinen Mitbruder Hugo M. Enomiya-Lassalle, dem er seit dem ersten Sesshin (1969) im eben eröffneten Zentrum Akikawa-Shinmeikutsu freundschaftlich verbunden ist und dessen Nachlass, z. B. die Tagebücher, er bis heute verwaltet. In der Jesuiten-Residenz der Sophia Universität leitet er auch seit Jahren Zen-Sesshins.

Paula

Broghammer

Paula Broghammer

Mitarbeiterin des Meditationshauses Dietfurt 1977 bis 2016

1926 in Bad Dürrheim/Schwarzwald geboren, schloss sie ein Studium zur Religionslehrerin ab.

Sie trat 1950 in das Christkönigs-Institut in Meitingen ein und absolvierte eine Weiterbildung zur Sozialarbeiterin.

Ersten Kontakt zur Zen-Lehre von P. Lassalle hatte sie 1970, als sie sein Buch las, das sie sehr beeindruckte. 1971 hatte sie erstamls Gelegenheit, an einem Sesshin mit P. Lassalle teilzunehmen,

 dem weitere Sesshins – auch mit japanischen Meistern – folgten.

Als 1976 das Franziskanerkloster Dietfurt zum Meditationshaus ausgebaut wurde, übersiedelte sie dorthin und half beim Aufbau des Institutes, welches P. Lassalle sehr am Herzen lag.

Bei ihm, aber auch bei P. Victor Löw und bei Othmar Franthal nahm sie weiterhin an Zen-Schulungen teil.

2016 kehrte Paula Broghammer im Alter von 90 Jahren in das Mutterhaus ihrer Gemeinschaft nach Meitingen zurück.

Ana María

Schlüter Rodés

Ana María Schlüter Rodés

1935 in Barcelona geboren (spanische Mutter, deutscher Vater).

1936-1949 wg. der Kriege in Berlin und im Göttinger Landkreis.

Theologie-und Pädagogik-Studium in Barcelona, Hamburg, Freiburg i. Br., Nijmegen und Utrecht, Abschluss 1965 mit einem Doktorat (Filosofía y Letras) in Barcelona.

Seit 1958 Mitglied der Frauen von Bethanien (Niederlande); im Herbst 1965 in Rom bei der letzten Sitzung des 2. Vatikanums. Ab 1966 lebte und arbeitete sie in Madrid in einem Arbeiterviertel -was unter Franco zum Polizei-Verhör führte- und gab Ökumene-Seminare an theologischen Fakultäten.

Das erste Sesshin bei Pater Lassalle 1976. Ab dann in Spanien bis 1985 Assistentin und Übersetzerin für Pater Lassalle. 1979 einen Monat in Shinmeikutsu, ab 1981 in Kamakura bei Yamada Kôun Roshi, der ihr 1985 Lehrerlaubnis gab. 1994 ernannte sie Kubota Ji’un Roshi zum Associated Zen Master.

1986 gründete sie mit ihren Zen SchülerInnen Zendo Betania in Brihuega/Guadalajara (Spanien), wo sie seitdem lebt. P. Lassalle segnete 1986 das Gelände und legte 1988 den ersten Stein für das Zendo. 1989 bis 2013 auch Sesshins in Mexiko; hat fünf ZenlehrerInnen ernannt sowie mehrere SchülerInnen beauftragt, in Zen einzuführen. Zahlreiche Bücher, Aufsätze und Vorträge, zumeist auf Spanisch.